Perfektes Lernen, Teil 3: Organisation
“Das Optimum stellt sich ein bei einer bestimmten Mischung von Organisation und Chaos.”
Hermann Müller-Thurgau (1850 - 1927), Schweizer Weinbauforscher

von Simonius
Was ist eigentlich das Wichtigste beim Lernen? Schwer zu sagen; ein wichtiger Teil ist jedoch sicherlich die Organisation bzw. die Zeiteinteilung: Wann lerne ich was am Besten? Wann ist meine Konzentration, meine Leistung am Höchsten?
Die obige Grafik beantwortet dabei die wichtigsten Fragen und war für meine Lernorganisation eine wichtige Basis.
“Hilfe!”, denke ich immer wieder, wenn ich am Tag vor der Prüfung auf verlorenem Posten stehe, “Verdammt, wieso habe ich nicht früher mit Lernen begonnen”. Solche Gedanken sollen mir nie mehr durch den Kopf schwirren. Aus diesem Grund plane ich seit einigen Tagen meine zur verfügungstehende Zeit genau ein, damit den prüfungsbedingten schlaflosen und “koffeinhaltigen” Nächten ein Ende bereitet werden kann.
Bevor ich allerdings mit dem Lernen beginnen konnte, musste ich wissen, wie ich Lernen musste, damit einem möglichst geringen Zeitaufwand ein maximaler Lernertrag folgt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der eigenen Körper verstanden werden; zu welcher Uhrzeit ist mein Gehirn am Aufnahmefähigsten? Und wann kann ich mit gutem Gewissen aufs Lernen verzichten? Ein Blick auf die Grafik zeigt:
- Die Leistung bzw. die Aufnahmef�higkeit ist zwischen 8:00 Uhr und 11:00 Uhr am h�chsten. Zu dieser Uhrzeit sollte also intensiv gelernt werden.
- Zur Mittagszeit sinkt die Aufnahmef�higkeit stark, die Konzentration l�sst nach. Nach dem Mittagessen also am Besten eine Pause einlegen
- Ab 15:00 Uhr kann die Lernarbeit wieder in Angriff genommen werden. Die folgenden Stunden eigenen sich gut zur Repetition; neuer Lernstoff sollte vorzugsweise am Morgen gelernt werden
- Um 17:00 Uhr sollte eine Sportpause eingelegt werden
- Nach 21:00 Uhr sinkt die Aufnahmef�higkeit ins Bodenlose. Wer jetzt noch lernt oder lernen muss, hat wenig Erfolg
Ein einleuchtender Arbeitstag und interessante Zusatzinformationen sind auf dieser Unterseite von Lerntipp.at zu finden. Anzumerken ist, dass je nach Typ (Nacht- oder Morgenmensch) die perfekten Lern- und Arbeitszeiten leicht variieren k�nnen.
Mein bisheriges Lernverhalten war also katastrophal falsch und uneffizient. Diesem Umstand bin ich gl�cklicherweise noch vor der Matur auf die Schliche gekommen.
Planung, Zeitmanagement und Organisation sind also die Schl�sselw�rter f�r ein perfektes Lernen.
Ausblick auf den n�chsten Teil: Teil 4 widmet sich der perfekten Ern�hrung w�hrend dem Lernvorgang, dem sogenannten Brain Food. Welche Nahrungsmittel regen die Denkleistung an, oder unterst�tzen sie zumindest? Wie wirkt Koffein? [etc.]






07.10.2006
Kleiner Tipp am Rande: Wer sich zu den Abonnementen der Basler Zeitung (BaZ) zählt, der sollte heute einen Blick in die Beilage “Magazin” werfen. Dort ist ein interessanter Artikel über die Funktionen des Hirns zu finden.
30.12.2006
[…] Nach den schriftlichen Prüfungen hat der Gymnasiast etwa zweieinhalb Wochen Zeit, um sich auf die mündlichen Prüfungen vorzubereiten. Eine grosszügige Frist, die vielen die Gelegenheit gibt, mit den Vorbereitungen anzufangen (nicht zu verwechseln mit “weiterzumachen”). Das A und O dabei ist ein guter Zeitplan und ein starker Durchhaltewille. Beides traf auf die erste meiner Vorbereitungswochen nicht zu: Die Zeit verstrich, ohne das ich auch nur daran dachte, etwas für die mündlichen Prüfungen zu tun. Die gute Zeitplanung hatte bei mir versagt. Was nun für die restlichen Tage gefragt war, lautete: Selbsthärte, sprich, eine extreme Selbstdisziplin. Jeder dieser “freien” Tage begann um 08:00 Uhr und hörte, mit angemessenen Pausen angereichert, um 21:00 Uhr auf (Mir half die Grafik des dritten Teils der “Perfekt Lernen”-Beitragsreihe erheblich weiter). Schlussendlich war ich vorbereitet; eine Steigerung des Vorbereiten-Seins wäre sicherlich möglich gewesen, aber dieser Umstand liess sich zu dieser Zeit nicht mehr ändern. Ich war also vorbereitet, und dennoch unbeschreiblich nervös. Normalerweise habe ich meine Nervosität im Griff und behalte einen ruhigen Kopf; aber nun war ich nervös, eine unbeschreibliche Nervosität erfasste mich vor jeder Prüfung; Schweiss drang durch jede Schweissdrüse meiner Hand; und ich hatte Konzentrationsschwierigkeiten. Das spielte sich vor der Prüfung ab, während der sogenannten Wartezeit. Denn jedes Mal wenn die Prüfung begann, war ich wie ausgewechselt. Die Nervosität war weg und fast gleichzeitig kam meine Konzentration wieder zurück. Und das Erstaunliche war: Es ging nicht nur mir so. Anscheinend hatte die Nervosität viele Maturanden vor den Prüfungen im eisernen Griff, liess sie aber mit göttlicher Gnade während der Prüfungen wieder los und schenkte ihnen nach den Prüfungen zudem noch das Gefühl der Erleichterung (Die Ironie dieses Satzes ist die Tatsache, dass ich eine bekennender Atheist bin). Für den Fall, dass sich der Tipp noch nicht so offensichtlich gezeigt hat: Eine gewisse (und vielleicht auch grosse) Anspannung ist vor den Prüfungen genauso normal wie natürlich. Sie wird sich, wie in meinem Fall, aber von selbst, wenn es darauf ankommt, lösen. Ein weiterer Punkt der mir Sorgen bereitete war die Zeit: Fünfzehn Minuten. Auch wenn “900 Sekunden” nicht gerade als Lebenszeitspanne bezeichnet werden kann, bereitete mir dieses “neunhundert” doch einige Sorgen. Ich war überzeugt, dass es die längsten fünfzehn Minuten meines Lebens werden, und zwar bei jeder der 5 Prüfungen; und wieder wurde ich eines besseren belehrt. Jede, und auch wirklich jede, dieser fünf mündlichen Prüfungen war in einer unbeschreiblich kurzen Zeitspanne vorbei. Ich fühlte mich beim Verlassen des Prüfungssaals, als wäre die Zeit mit doppelter, ja dreifacher, Geschwindigkeit verstrichen… Nun, ich kann jedem Gymnasiasten versichern, dass alles halb so schlimm ist. Auch wenn mich solche Worte vor den Prüfungen nicht überzeugt, und ich sie nur mit einem leisen Lächeln zur Kenntnis genommen hätte. […]
12.02.2008
Wahnsinn! Also ich weis nicht wie ich es sagen soll, aber das was du erzählst hört sich stark nach meiner art zu lernen an(also die schlechte mit dem Kaffe und so
Ich werde mal versuchen für meine nächste Akademie Phase einen Lernplan zu machen um mein Lernverhalten zu verbessern. Ich bin meist derjenige der sich wirklich noch die nacht bis 01:00 um die Ohren haut und um 8:30 eine 4 stündige Prüfung schreibt. Die Planung ist Oft im Kopf wird allerdings fast nie umgesetzt. Gefolgt von schlechtem Gewissen. Irgendwie komme ich zwar immer durch, aber eben nur irgendwie und nicht gut.
Weiter so, dann wirds was mit meinem Zeugnis ^^