Perfektes Lernen, Teil 2: Schlaf
“Schlaf ist kein adäquater Ersatz für Koffein.”
Unbekannt

von Simonius
Meine Schlafzeit in der Nacht vor der Prüfung kann man, bedingt durch mein Lernverhalten, nicht wirklich lang nennen. Ich bin gezwungen, mir meine Unterlagen ein zweites Mal anzuschauen, da ich sie beim ersten Mal nur überflogen habe, und auf meinen kostbaren Schlaf zu verzichten. Gerade der Punkt, dass ich auf mein liebstes Hobby, das Schlafen, bei den Prüfungsvorbereitungen verzichten muss, stört mich am stärksten. Doch ich sage mir, lieber ein gutes Prüfungsergebnis und eine schlaflose Nacht, als das Gegenteil.
Natürlich sollten die ersten Annäherungsversuche gegenüber dem Lernstoff nicht erst am Tag vor der Prüfung stattfinden; für den Fall, das es doch soweit gekommen ist, hilft der folgende Beitrag weiter.
Wir lernen im Schlaf. Das haben die Hirnforscher in den vergangenen Jahren entdeckt. 2001 f�hrten Forscher der Universit�t Kalifornien ein Experiment mit Katzen durch; sie deckten Katzen f�r 6 Stunden mit einer Klappe ein Auge ab, wodurch sich die Gehirnregion, die die Informationen des offenen Auges auswertet, �berdimensional ausweitete. Anschliessend wurden die Tiere in zwei Gruppen geteilt; Gruppe A durfte ein Nickerchen halten, w�hrend die Tieren der Gruppe B, noch immer ein Auge abgedeckt, wach blieben. Katzen der Gruppe A hatten eine doppelt so grosse �nderung im Gehirnbereich, als die der Gruppe B. [1] Weitere Untersuchungen mit Menschen haben gezeigt, das wir im Schlaf Verbindungen zu bereits bekanntem kn�pfen. Der Schlaf ist also ein Verarbeitungsprozess, indem frische Ged�chtnisinhalte mit bereits bestehenden Langzeitged�chtnisinhalten verbunden werden. Testpersonen einer Untersuchung konnten das gestellte Problem nach einer Nacht mit intensivem Schlaf erheblich besser L�sung, als noch am Tag zuvor. [2]
Mittlerweile hat man sogar herausgefunden, in welcher Schlafphase gelernt wird (Wer keine Ahnung hat, was Schlafphasen sind bzw. wie sie aussehen, kann sich HIER einen �berblick verschaffen). Fakten (Franz�sisch W�rter, L�ndernamen […]) lernt man am besten in den ersten Stunden des Tiefschlafes (kurz nach dem Einschlafen), w�hrend das Erlernen von F�higkeiten (Bedienung einer neuen Maschine […]) in der REM-Phase (in der zweiten Nachth�lfte) stattfindet. [3]
Ein perfektes Lernverhalten zeichnet sich durch ein perfektes Schlafverhalten aus; wer nicht schl�ft, lernt nicht! Dennoch muss gesagt werden, das Dinge, die man nur fl�chtig oder �berhaupt nicht gelernt hat, einem nat�rlich nicht wie von Zauberhand durch einen erhohlsamen Schlaf zufliegen. Das Beste ist und bleibt eine gute Vorbereitung bzw. Organisation. Doch darauf werde ich erst im dritten Teil Bezug nehmen…
[1] http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/…/Gedaechtnis.html
[2] http://www.kfg.uni-luebeck.de/Data/Statement%20Born.doc
[3] http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/28.11.2004/1115732.asp






21.05.2008
Siehe auch http://blog.simonius.ch/aktueller-nzz-artikel/