Namensgedächtnis
Monday, March 12th, 2007“Ich bin untröstlich, aber wie war nochmals ihr Name?”
von Simonius
Ein schlechtes Gedächtnis kann unter Umständen dazu führen, dass man sich in der Berufswelt (kleine) Steine in den Weg legt. Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass man einen starken, bleibenden Eindruck hinterlassen kann, wenn man sich am Ende eines Telefonats namentlich verabschiedet - “Vielen Dank Frau Müller, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag”. Mit dem Training meines Namensgedächtnisses beschäftige ich mich allerdings erst seit einigen Wochen. Die Idee dahinter ist simpel: Kenne ich den Namen, wirke ich nicht nur höflich(er), sondern kann im Ernstfall (bei einer Falschinformation) auf die betreffende Person verweisen.
Beim Anmeldungsformular für die Universität Basel tauchten einige Fragen auf - aus diesem Grund griff ich zum Telefonhörer und rief das Studiensekretariat an. “Studiensekretariat Basel, Herr Hillerbach (Name geändert, Name der Redaktion bekannt), wie kann ich Ihnen helfen?”. Damit ich den Namen nicht vergessen konnte, notierte ich ihn mir auf ein kleines Zettelchen. Mit einem schlechten Namensgedächtnis muss man sich zu helfen wissen…
Doch genug der kleinen Anekdoten, setzen wir uns mit der Verbesserung des Namensgedächtnisses auseinander:
Punkt Eins: Die Einstellung
Unser Gehirn wird im Sekundentakt mit Informationen überschüttet. Aus diesem Grund wird sehr schnell zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterschieden. Deshalb sollte man bereits vor dem Gespräch den Namen bewusst “speichern” wollen. Dieses Verhalten erfordert aber eine hohe Konzentration vor jedem Treffen - die Erfolge sprechen jedoch für sich.
Punkt Zwei: Namen verstehen
Damit man den Namen im Namensgedächtnis auch speichern kann, muss man ihn akustisch verstehen. Teilweise kommt es vor, dass der Gesprächspartner sich sehr leise oder unverständlich vorstellt. Aus diesem Grund sollte man, wenn man sich nicht sicher ist, nachfragen - “Herr Maximus, das habe ich so richtig verstanden, oder?”.
Punkt Drei: Wiederholung
Die grössten Erfolge konnte ich mit dem regelmässigen gedanklichen Wiederholen des Namens verbuchen. Es ist ziemlich simpel, sich den Namen innerlich während einer Gesprächspause nochmals ins Gedächtnis zu rufen. Natürlich sollte diese Wiederholung nicht übertrieben werden - “Herr Meier, Herr Meier, Herr Meier, Herr Meier, Herr Meier, Herr Meier (…)”
Punkt Vier: Die Verknüpfung
Damit der Namen nicht nur für sich allein steht, sollte man am besten eine gedankliche Verküpfung erstellen. Wie sieht die Person aus? Was für einen Beruf übt Sie aus? Ist Sie mir unsympathisch? Sympathisch? (Attraktiv? Unattraktiv?) Erstaunlicherweise kann ich mir die Namen von unsympathischen Personen am einfachsten merken. Gedanklich läuft in meinem Namensgedächtnis folgendes Szenario ab: Person wird wiedergesehen - mir fällt ein, was ich an Ihr unsympathisch fand - meine Abneigung kommt wieder hoch - der Name fliegt mir beinahe zu.





