Ein Rückblick auf die >2 jährige Blogerfahrung
Saturday, January 24th, 2009“Fehler zu machen ist menschlich. Fehler zu wiederholen ist schmerzlich. Dieselben Fehler immer wieder zu machen ist dämlich.”
Sinan Gönül
Das dritte Studiensemester ist erfolgreich abgeschlossen und ich kann voller Genuss meine Ferien geniessen; und mich meinem Blog widmen. Ich kann es fast nicht glauben, aber dieser Blog besteht schon über 2 Jahre. Diesen Anlass möchte ich nutzen um etwas in Erinnerungen zu schwelgen und einen kleinen Rückblick zu machen:
Mein Lernverhalten während des Gymnasiums sah wie folgt aus
Bekanntgabe der Prüfung: Der Lehrer kündet eine Prüfung an und gibt das Datum bekannt. Dieser Termin notiere ich mir in meiner Agenda. Wenige Minuten später ist die Prüfung wieder vergessen.
Wochenende vor der Prüfung: Oft nehme ich mir am Freitag vor, mir am Samstag einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Da ich unheimlich vergesslich bin, schreibe ich mir eine Notiz, die in den folgenden Stunden irgendwo verloren geht. Am Sonntag Abend fällt mir vor dem Schlafengehen zumeist wieder ein, was ich mir vorgenommen habe.
Tag vor der Prüfung: Spätestens jetzt fällt mir der Termin wieder ein (nachdem ich meine Agenda konsultiert habe). Das Lernen wird vom Vormittag auf den Nachmittag, vom Nachmittag auf den Abend und vom Abend auf die Nacht verschoben.
Nacht vor der Prüfung: Mittlerweile habe ich eingesehen, dass ich das Thema bzw. den Prüfungsstoff unterschätzt und noch viel Arbeit vor mir habe. Ausserdem treten in dieser Lernphase viele Selbstvorwürfe (”Wieso habe ich nicht bereits am Wochenende angefangen zu lernen?” ; “*grmbl*”) auf. Mit der Zeit werden die Augen langsam müde und der Koffein verliert trotz seiner Menge an Wirkung. Nun wird meist die Entscheidung gefällt, am nächsten Morgen (bzw. an diesem Morgen) “etwas” früher aufzustehen und dann mit dem Lernen fortzufahren.
Morgen vor der Prüfung: Nun muss ich für mein bisheriges Lernverhalten büssen und bereits zwischen Vier und Fünf Uhr früh aufstehen. In einem Halb-Wach-Halb-Schlaf-Zustand wird das noch zu Lernende ins Hirn gestopft.
aus Mein Lernverhalten vom 08.09.2006
Dieses Verhalten konnte ich mir nun abgewöhnen. Ich beginne mit meinen Vorbereitungen noch immer noch nicht früh genug, aber zeitlich so, dass ich keine Nächte mehr durchmachen muss. Bravo. Bravo. Bravo.
Schlaflose Nächte; das erinnert mich an meinen Beitrag Perfektes Lernen: Schlaf vom 23.09.2006:
Meine Schlafzeit in der Nacht vor der Prüfung kann man, bedingt durch mein Lernverhalten, nicht wirklich lang nennen. Ich bin gezwungen, mir meine Unterlagen ein zweites Mal anzuschauen, da ich sie beim ersten Mal nur überflogen habe, und auf meinen kostbaren Schlaf zu verzichten. Gerade der Punkt, dass ich auf mein liebstes Hobby, das Schlafen, bei den Prüfungsvorbereitungen verzichten muss, stört mich am stärksten. Doch ich sage mir, lieber ein gutes Prüfungsergebnis und eine schlaflose Nacht, als das Gegenteil.
Natürlich sollten die ersten Annäherungsversuche gegenüber dem Lernstoff nicht erst am Tag vor der Prüfung stattfinden; für den Fall, das es doch soweit gekommen ist, hilft der folgende Beitrag weiter (…)
Die Ratschläge in dem Beitrag habe ich konsequent befolgt.
Um Stress und schlaflose Nächte zu vermeiden hilft eine konsequent befolgte Organisationstechnik. Es muss jedoch beachtet werden, dass mit der Umsetzung der Organisation nicht 2 Tage vor der Prüfung begonnen werden kann; viel eher sollte sie sich in einem Grad in die eigene Lebensplanung integrieren. Einfacher gesagt als getan, dessen bin ich mir bewusst. Ich habe das Lernen aber dahin gehend organisiert, dass die Prüfungsvorbereitung zwar ein harter Brocken geblieben ist, aber durchaus bewältigbar (ein Lernplan ist dabei unvermeidbar; siehe Die Überwindung überwinden vom 20.10.2008):
Was ist eigentlich das Wichtigste beim Lernen? Schwer zu sagen; ein wichtiger Teil ist jedoch sicherlich die Organisation bzw. die Zeiteinteilung: Wann lerne ich was am Besten? Wann ist meine Konzentration, meine Leistung am Höchsten?
Die obige Grafik beantwortet dabei die wichtigsten Fragen und war für meine Lernorganisation eine wichtige Basis.“Hilfe!”, denke ich immer wieder, wenn ich am Tag vor der Prüfung auf verlorenem Posten stehe, “Verdammt, wieso habe ich nicht früher mit Lernen begonnen”. Solche Gedanken sollen mir nie mehr durch den Kopf schwirren. Aus diesem Grund plane ich seit einigen Tagen meine zur verfügungstehende Zeit genau ein, damit den prüfungsbedingten schlaflosen und “koffeinhaltigen” Nächten ein Ende bereitet werden kann.
Bevor ich allerdings mit dem Lernen beginnen konnte, musste ich wissen, wie ich Lernen musste, damit einem möglichst geringen Zeitaufwand ein maximaler Lernertrag folgt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der eigenen Körper verstanden werden; zu welcher Uhrzeit ist mein Gehirn am Aufnahmefähigsten? Und wann kann ich mit gutem Gewissen aufs Lernen verzichten? […]
aus Perfektes Lernen, Teil 3: Organisation vom 07.10.2006
Nachdem die Matur bestanden war, stellte sich für mich die Frage, was nun? Was passiert nun mit dem Blog? Nach langen Überlegungen habe ich mich dazu entschieden aus dem Maturblog ein Lernen Lernen Blog zu machen. Es sollte weniger persönliches in den Blog einfliessen und vermehrt Lernstrategien diskutiert werden. Ganz gelungen ist mir dies jedoch nicht immer.
Matur bestanden - was passiert nun mit dem Blog? Gedanklich wurde er nur für die Gymnasiumzeit konzipiert. Das gründet zum einen auf meiner Abneigung gegenüber Tagebuchblogs, sprich Online-Tagebücher - so soll blog.simonius.ch nie zu einem persönlichen Tagebuch werden, sondern immer ein stark thematisch eingeschränkter Erfahrungsbericht sein. Und zum anderen sollte mir das Berichten über meine Maturvorbereitungen die eigenen Schwächen zeigen.
Mittlerweile habe ich allerdings Gefallen daran gefunden, herauszufinden, wie man richtig lernt. Und da mich Ende 2007 die Universität Basel erwartet, wäre die Weiterführung des Blogs eine gute Vorbereitung. Somit verschieben sich die Schwerpunkte meiner Einträge der nächsten Monate von den Maturerfahrungen Richtung perfektes Lernverhalten…
Der Fokus verschob sich mit der Zeit auch vom “Schullernen” auf das “Alltagslernen”:
Ein schlechtes Gedächtnis kann unter Umständen dazu führen, dass man sich in der Berufswelt (kleine) Steine in den Weg legt. Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass man einen starken, bleibenden Eindruck hinterlassen kann, wenn man sich am Ende eines Telefonats namentlich verabschiedet - “Vielen Dank Frau Müller, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag”. Mit dem Training meines Namensgedächtnisses beschäftige ich mich allerdings erst seit einigen Wochen. Die Idee dahinter ist simpel: Kenne ich den Namen, wirke ich nicht nur höflich(er), sondern kann im Ernstfall (bei einer Falschinformation) auf die betreffende Person verweisen.
Dieser Beitrag erhielt grosse Aufmerksamkeit und ich erhielt viele eMails zum Thema. Ganz interessant ging es dann mit dem Thema Speedreading weiter:
Es kommt oft vor, dass man viel Lesestoff zu bewältigen hat, die Zeit aber meist knapp bemessen ist. Was tun, wenn man noch 400 Seiten vor sich hat, die Nacht aber bereits zu enden scheint und man den Stoff am nächsten Tag beherrschen muss? Natürlich, man hätte sich früher und besser vorbereiten müssen. Dieses Argument soll nun aber vernachlässigt werden, denn dafür ist es kurz vor der Prüfung zu spät. Was ist also zu tun?
Eine Lösung um eine dicke Lektüre in kurzer Zeit zu meistern ist die richtige Lesetechnik. Und genau dafür ist diese Eintragsreihe gedacht: Hier soll gezeigt werden, wie man am schnellsten (und besten) Lesestoff bewältigt.
Danach gab es zwar auch noch interessante Beiträge, die Regelmässigkeit meiner Tipps nahm aber dramatisch ab. Und auch wenn ich immer wieder Veränderungen und Verbesserungen versprach, wirklich eingehalten wurden sie nicht.
Dennoch spuken aktuell ziemlich viele Lernideen in meinem Kopf. Und ich hoffe, dass ich wieder häufiger Zeit für detaillierte Beiträge finden werde…





