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Auch das “last minute learning” will gelernt sein

Monday, June 23rd, 2008

Ich habe mir im Laufe meiner schulischen Laufbahn eine gewisse Lernmethode angewöhnt, auf die ich nicht stolz bin, die mich aber immerhin weit gebracht hat: das sogenannte “last minute”-lernen, auch bekannt unter “verflucht-ich-hab-nur-noch-eine-nacht-bis-zur-prüfung-und- muss-nun-den-ganzen-lernstoff-innerhalb-dieser-kurzen-zeit- in-mein-hirn-pressen”.
Dennoch scheint es mir wichtig, zumal ich mich immer wieder zu dieser Lernmethode bekenne [siehe beispielsweise hier und hier], genauer darauf einzugehen, wie diese Lerntechnik funktioniert oder um es besser zu formulieren: wie der Lernerfolg verbessert werden kann.
Ich habe mich in den letzten Monaten bei meinen Kommilitonen etwas umgehört und bemerkt, dass viele genau wie ich lernen; es wird erst kurz vor der Prüfung mit dem Lernen begonnen. Diese Strategie ist vollkommen vertretbar, jedoch nur mit einem gewissen Lernplan; blindes “drauflos Lernen” ist reine Zeitverschwendung.
Was genau meine ich damit? Nun gut, da ich Beispiele zur Verdeutlichung (und zu allem anderen) liebe:
Wir haben Max, ein nicht ganz so fleissiger Wirtschaftsstudent. Er hat in 2 Wochen 3 Prüfungen (bzw. 3 Themengebiete werden abgefragt). Wie sollte Mäxchen nun büffeln? Einfach drauflos.. angefangen beim ersten Thema? *Bgnööööööööööööööh* [symbolisiert den typischen “falsch” Gongton der Fernsehspielshows].
Selbstklärend ist sicherlich, dass er für das Thema, von dem er die geringste Ahnung hat, die meisten der vierzehn Tage investiert; intuitiv wird das meistens gemacht. Womit soll Max denn nun beginnen?

1. Der Überblick/Ordnung -> Das wohl wichtigste kommt zu Beginn: Die Ordnung. Die ganze Stoffmenge muss vorhanden sein (Vorlesungsscripts, Übungen, Bücher), und wohlgemerkt auch korrekt eingeordnet werden (Ordner oder ein Heft). Hört sich vielleicht etwas banal an, aber es gibt nichts ärgerliches als wenn einem am Tag vor der Prüfung auffällt, dass man komplette Übungssätze nicht gelöst hat (bzw. die Lösungen nicht hat) oder der Dozent in einem Foliensatz obligatorisch auf ein Buch hinweist. Mit der Ordnung erhält man auch einen Überblick über die Stoffmenge (Was muss ich lernen, wie umfangreich ist der Stoff, evtl. wie komplex). Nur mit einem guten Überblick kann man eine gute Zeiteinteilung machen. Wichtig: Beim Overview geht es nicht darum, den Stoff zu überfliegen; viel eher sollte man sich bewusst werden, WAS man können muss (welche Folien, welche Übungen etc.).

2. Der Zeitplan -> Nach dem Überblick ist man in der Lage einen Zeitplan aufzustellen. Der wird (jedenfalls bei mir) regelmässig korrigiert (teilweise hat man zuviel oder zuwenig Zeit eingeplant). Es geht hier nicht darum, jede Sekunde der Galgenfrist (Lernphase) zu verplanen, sondern sich einen groben Überblick zu verschaffen. Bei Max sieht das dann in etwa so aus:
Montag Thema 1, Dienstag Thema 2, Mittwoch Thema 2, Donnerstag Thema 3, Freitag Thema 1, Samstag Thema 1 (…)

Bei den ersten beiden Punkten sollte aber nicht wirklich viel Zeit verschwendet werden. Die Ordnung, der Überblick und der Zeitplan sollten innerhalb von wenigen Stunden angefertigt werden.

3. Die eigentliche Lernphase -> Im Laufe der Jahre ist mir das Lernen mit Zusammenfassungen ans Herz gewachsen; dabei verwendet man den Hauptteil der Lernzeit dazu, Zusammenfassungen zu schreiben. Am Tag (Nacht) vor der Prüfung wird dann ausschliesslich mit den Zusammenfassungen gelernt. Der Vorteil dabei ist ganz klar die Wiederholung und die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff. Wenn ich eine Zusammenfassung schreibe, muss ich das Thema begreifen.
Dabei lässt man bewusst Vorlesungsstoff weg, nach eigenem Ermessen oder nach Anweisungen des Dozenten. Der Clou dabei ist, nur denjenigen Lernstoff wegzulassen, der unwichtig, eine Ergänzung oder selbsterklärend ist.

4. Die Repetition -> Will man etwas beherrschen und in das Kurzzeitgedächtnis pressen, helfen Wiederholungen bzw. Repetitionen. Am einfachsten ist dies mit den Zusammenfassungen zu bewältigen. Diese kommen am Tag vor der Prüfung zum Einsatz. Damit wird der zusammengefasste Stoff erstmals bewusst gelernt; dabei sollte einem auffallen, dass man vieles schon gehört hat (da man ja die Zusammenfassung geschrieben hat). Ich empfehle nur mit den eigenen Zusammenfassungen zu repetieren.

Wirtschaftsstudium mit Prüfungen - so gehts

Sunday, June 15th, 2008